Donnerstag, 7. August 2014

Tag 19: Aquatica (= Orlando's Themeparks, Part V)

Hat eigentlich jemals ein Tourist einen Fuß nach Orlando-Downtown gesetzt? Ich fürchte, alle halten es so wie wir - grasen tagelang die Freizeit-, Themen- und Wasserparks rund um Orlando ab und sind davon irgendwann so fertig, dass sie zum Erholen in die Urlaubsorte an die Golf- oder die Atlantikküste flüchten, ohne sich Orlando angesehen zu haben. Wikipedia schreibt: "Orlando gilt als die Touristen-Hauptstadt der USA und wurde nach Jahren an der Spitze erst 2009 von New York mit 45,3 Millionen Besuchern überholt." Na ja, wir gehen mal davon aus, dass im Gegensatz zu New York von 40 Mio Besuchern die wenigsten in Downtown Orlando waren, sondern irgendwo drumherum in einem der Parks, dabei soll die Innenstadt rund um den Lake Eola wirklich schön sein. Wir wollen morgen wenigstens mal durchfahren, und wenn wir ganz verrückt drauf sind, evtl. sogar mal aussteigen :-))).
Auch ein Besuch in einer der riesigen Shopping Malls steht noch aus, allerdings hat von 3 Stullichs einer darauf überhaupt keine Lust, und es wird noch etwas Überzeugungskraft nötig sein, auch den 3. Stullich in die "Florida Mall" zu schleppen. 
Heute waren wir dann wirklich im letzten Freizeitpark für diesen Urlaub, im Wasserpark "Aquatica", der zu SeaWorld gehört und Heimat von 36 Wasserrutschen teilweise extremen Ausmaßes ist, für die man aber oft länger als eine halbe Stunde ansteht. Sehr schön sind auch die beiden großen Wellenbäder und vor allem der lange Rundkurs zum "Treibenlassen" in einem Strömungskanal, der als künstlicher Fluss durch die Anlage angelegt ist. 


Da es heute bis zu 35 Grad heiß war, haben wir unsere Fußsohlen im heißen Sand und vor allem auf den heißen Gehwegen der Anlage verbrutzelt. Über glühende Kohlen laufen, kann kaum extremer sein!
Morgen geht es über Orlando Downtown und/oder die Florida Mall raus aus dieser weltgrößten Vergnügungsregion und zurück an die Atlantikküste, zunächst nach Daytona Beach, wo wir unseren "Chevy" ausführen werden, denn in Daytona Beach darf man auf einer Länge von mehr als 30 km mit dem Auto direkt am Strand entlang cruisen, bei max. 10 m/ph. Leider wird unser Mietwagen dort nicht zu den kultigsten Gefährten gehören, denn wo zwar "Chevrolet" drauf steht, ist in unserem Fall nur eine Art Opel Insignia-Limousine drin (die uns aber sehr geschmeidig und komfortabel durch den Sunshine State fährt), und leider keine Chevy Corvette. Aber das Cruisen über den Strand wird trotzdem sicher sehr cool!

Mittwoch, 6. August 2014

Tage 16 und 17: Orlando's Themeparks - Part III & IV

Nach einem Tag SeaWorld und anderthalb Tagen Universal Studios kuriere ich gerade eine akute Freizeitpark-Übersättigung aus. So großartig diese Parks auch sind - nu' isses genug. Die Reizüberflutung gepaart mit dröhnender Musik, Tausenden Menschen, langen Schlangen und schwüler Hitze reicht mir jetzt, zumal ich mein persönliches Ziel erreicht habe, nämlich mein interfamiliäres Schißbuxen-Image abzulegen. Heute habe ich mich in den Universal Studios beim insgesamt dritten "Ride" in "Transformers 3D" (zählt man Universal Hollywood 2013 mit) endlich getraut, die Augen offen zu lassen bei dieser rasanten Fahrt zwischen Wolkenkratzer-Abstürzen und Roboter-Angriffen. Bis dahin war mir das zu gruselig (klingt albern, ich weiß), aber ich mochte auch nicht länger dem Spott von Charlotte und Dirk ausgesetzt sein, und so stürzte ich mich mutig ins Abenteuer. Es war gar nicht so schlimm, ehrlich gesagt sogar ganz cool und besser als der sehr ähnliche "Spiderman-Ride", den ich mit meinem neuerrungenen Mut gleich anschließend absolvierte. 


Sehr beeindruckend und noch schöner als in den Universal Studios Hollywood fanden wir die aufwendigen, toll inszenierten Kulissen, vor allem Hogsmeade, das Harry-Potter-Dorf. 


An der Hauptattraktion "Harry Potter And The Forbidden Journey" war aber schon heute Morgen kurz nach dem Einlass eine Wartezeit von 90 Minuten, und da wir diesmal keine "Front of line"-Pässe gekauft hatten, haben wir uns diese Fahrt, bei der die Illusion eines Freiflugs bei Höchstgeschwindigkeit erzeugt wird, geschenkt. Zwar wird den Wartenden die Zeit mit Filmsequenzen verkürzt, aber da wir alle keine Potter-Fans sind, war es uns das nicht wert. Stattdessen machte Dirk kopfüber auf der High-Speed-Achterbahn "Dragon Challenge" seinem Ruf als Familien-Held alle Ehre...


...und ließ sich später noch extremer auf dem "The Incredible Hulk Coaster" durch die Lüfte schleudern. Die rasante Fahrt auf dieser Mega-Achterbahn beginnt damit, dass der Wagen regelrecht losgeschossen wird: Er beschleunigt in weniger als zwei Sekunden von 0 auf 65 km/h und wirbelt die Fahrgäste durch fünf Loopings mit integrierten Schrauben - grausam für normalsterbliche Feiglinge! 





Während Charlotte und ich den Mut der Rollercoaster-Freaks bewunderten, plötzlich das komplette Kontrastprogramm:  Eine Entenfamilie watschelte an uns vorbei, die trotz des Lärms und der unzähligen Besucher nicht aus der Ruhe zu bringen war. Nature meets Entertainment!


Ein paar Highlights der letzten beiden Tage:
"Universal Orlando" besteht aus zwei Riesen-Parks, nämlich den "Islands of Adventure", wo wir heute waren, und den eigentlichen "Universal Studios Florida", wo wir uns gestern einen Tag lang prächtig haben bespaßen lassen. Beide Parks können getrennt voneinander besucht werden, sind aber auch miteinander verbunden, nämlich durch den "Hogwarts-Express", denn in beiden Parks gibt es seit 2010 jeweils einen riesigen Themenbereich zu Harry Potter. Den Hogwarts-Express haben wir heute morgen benutzt, als die Schlange noch kurz war. Unterwegs erleben die Reisenden durch Projektionen vor dem Abteilfenster Harry-Potter-Filmlandschaften von Hogsmeade nach King's Cross bzw. zurück.




Sehr niedlich war die Reise mit E.T.: Stilecht auf "Fahrrädern" schwebten wir durch eine wunderschöne Phantasiewelt. Die Fahrt bei "Men in Black" war eher lahm, dafür erlebten wir einen Wirbelsturm in "Twister" und ein Erdbeben in "Desaster". "Terminator" ist eine Mischung aus 3D-Kurzfilm mit live gespielten Sequenzen, "Fear Factor" eine Live-Show nach TV-Vorbild, bei der Zuschauer Herausforderungen nach Dschungelcamp-Art meistern müssen, und die "Horror-Make-Up-Show" eine witzige kleine Live-Show mit Einblicken in die Tricks der Make-Up-Künstler.  


Dies sind nur einige Höhepunkte der letzten anderthalb Tage. Um alles erleben zu können, was die beiden Parks bieten, braucht man noch mehr Zeit oder eben einen Front-of-line-Pass, um bei den Hauptattraktionen an den langen Warteschlagen vorbeigeleitet zu werden und damit teilweise erheblich Zeit zu sparen (sehr teuer, leider). Außerdem gibt es noch eine gigantische Shopping- und Restaurant-Meile, den Universal City Walk. 2013 sollen insgesamt mehr als 15 Millionen Besucher in den beiden Parks gewesen sein, also mehr als 40.000 pro Tag. 
Unsere "Hotspots": Die rasanten "3D-Rides" nach Motiven der "Transformers"- und der "Spiderman"-Filme sind unfassbar spektakulär inszeniert. Großartig fanden Dirk und Charlotte auch "Revenge of The Mummy" (ich hab gekniffen) und die Wasserreise durch "Jurassic Park" (kannte ich noch vom letzten Jahr, soll aber hier noch besser sein als in L.A., sagt die Familie). Geldspartipp: nicht die albernen Motiv-Trinkflaschen kaufen, die man überall mit Softdrinks für 3,99 $ auffüllen lassen kann - viel zu unhandlich, viel zu teuer. Wir haben kleine Wasserflaschen mitgenommen, die man überall an Trinkbrunnen kostenlos mit gekühltem Wasser auffüllen kann. Apropos Wasser: Heute Nachmittag haben wir zum ersten Mal Zeit gehabt, unsere Hotel-Pools zu nutzen - eine perfekte Erholung nach den letzten beiden Tagen. 
Orlando ist ganz sicher die Welt-Hauptstadt des Entertainments und der Vergnügungsparks und auf jeden Fall eine spektakuläre Reise wert, aber als vorhin in den Universal Studios in einem "Restroom" unter mir die automatische Klospülung losging und gleichzeitig über mir mit ohrenbetäubendem Lärm "The Incredible Hulk Coaster" vorbeiraste, war bei mir die Übersättigung erreicht. Jetzt lassen wir erst mal alle Eindrücke sacken und schmieden dann Pläne für die nächsten (leider fast schon die letzten) Urlaubstage im fabelhaften Florida. 



Montag, 4. August 2014

Tage 14 und 15: SeaWorld (Orlando's Themparks - Part II), Discovery Cove und "severe weather"

Wer von den 360 Florida-Sonnentagen im Jahr hört, vergisst schnell, dass dazu fast jeden Tag ein tropischer Regenguss gehört. Mal mehr, mal weniger heftig - gerade eben eher sehr heftig. Der 7 Meilen kurze Rückweg von "Discovery Cove" (weiter unten dazu mehr) war mehr eine Bootstour als eine Autofahrt. Unfassbar, welche Wassermassen innerhalb kürzester Zeit aus den Wolken zu Boden stürzten. Die Lautsprecherdurchsage in "Discovery Cove" warnte eindringlich vor "severe weather", also vor schwerem Unwetter. Wir waren zum Glück ohnehin gerade aufgebrochen und erreichten in allerletzter Sekunde trockenen Fußes das Auto, ehe der Wolkenbruch lostobte. Zwischenzeitlich glich die Rückfahrt einer Fahrt durch die Waschstraße - hier ein Blick aus dem Beifahrerfenster...


Es regnet übrigens jetzt, etwa eine Stunde später, immer noch heftig, was eher untypisch ist für die frühabendlichen tropischen Schauer hier. Zum Glück war das Wetter den restlichen Tag über durchaus angenehm - heute stand nämlich "dolphin swim" auf dem Programm. Eine großartige, wunderbare, unvergessliche Erfahrung für Charlotte und mich. Wir waren den weisen Ratschlägen bei Tripadvisor gefolgt und hatten uns schon um 7:15 Uhr in "Discovery Cove" eingefunden, um den Tag in vollen Zügen und in voller Länge genießen zu können. "Discovery Cove" ist eine zwar künstlich angelegte, aber dennoch wunderschöne Lagunen-Anlage, in der man mit großen Stachelrochen schnorcheln, eine unglaublich bunte Fischwelt entdecken und eben mit Delfinen schwimmen kann. 


Wir verbrachten einen paradiesischen Tag dort und mussten nichts mitbringen außer Sonnenbrille, Cap und (Unterwasser)-Kamera. Alles andere war "included": Frühstück, Lunch, Snacks, Getränke, Handtücher, spezielle "fischfreundliche" Sonnencreme, Liegen, Sonnenschirme, Schnorchelausrüstung, Schließfächer, Neoprenwesten und "wet suits". 


Unser dolphin-swim-date war gleich um 9 Uhr, und nach einer kurzen Einführung ging es dann für eine gute halbe Stunde zu den Delfinen in die "dolphin lagoon". Coral und Dixie hießen die beiden Delfine in unserer Gruppe (wir waren zu neunt), die von zwei sehr netten und vor allem sehr fachkundigen Betreuerinnen begleitet wurde, die uns viel erklärten und alle Fragen beantworteten. Die Haut der Delfine fühlt sich an wie ganz dickes, glattes, straff gespanntes Gummi, aber man spürt darunter die weiche Fettschicht. Die Schwanzflosse ist der "Fingerabdruck" eines jeden Delfins - jede sieht anders aus. Man soll den Delfinen nicht ins Gesicht fassen - das mögen sie gar nicht (verständlich - wer mag das schon beim ersten Date), aber man darf sie umarmen und knuddeln. Beim kurzen gemeinsamen "Schwimmen" hält man sich an zwei Flossen fest und lässt sich durchs Wasser ziehen. Höhepunkt natürlich: das Küssen! 





Auf dieses Erlebnis hatten wir uns besonders gefreut - und es war ohne Übertreibung eine "once in a lifetime experience". Großartige Tiere, unvergessliche Eindrücke, eine wahrhaft berührende Erfahrung. Und soweit wir das beurteilen können, leben die Delfine artgerecht in riesigen Lagunen, haben Spaß am Spiel mit den Menschen und werden von unzähligen Profis betreut. 
Direkt neben der "dolphin lagoon" ist das "grand reef", ebenfalls ein riesiges Salzwasserbecken, quasi ein künstliches Riff, mit unzähligen Fischen, die in allen möglichen Farben leuchten, und riesigen, bis zu zwei Quadratmetern großen Manta-Rochen ("sting rays"). Wir schnorchelten praktisch in einem gigantischen Aquarium zwischen Fischschwärmen, Korallen und eben diesen platten, aber sehr eleganten Rochen mit ihrem langen Stachel. Wer weit genug schnorchelte, konnte Haie "treffen", sicher verwahrt hinter einer Unterwasser-Glaswand.  




Fazit dieses Tages: alle Daumen hoch! Neben allen tierischen Erlebnissen heute fanden wir besonders positiv, dass "Discovery Cove" überhaupt nicht trubelig und laut ist, sondern eine Oase der Ruhe und Entspannung - ganz im Gegensatz zu SeaWorld gestern.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Wir fanden SeaWorld beeindruckend. Es ist mehr als die berühmte Orca-Show und die Delfin-Dressur - es ist spannender, als wir dachten, aber teilweise auch nerviger als wir erwartet hatten, was vor allem an der penetranten und viel zu lauten Musik-Beschallung lag. Vermutlich zurecht haben Tierschützer mit SeaWorld ein riesiges Problem. Orcas und Delfine werden offenbar in viel zu kleinen Bassins gehalten und müssen ein völlig artfremdes Dasein fristen. Es gibt aber auch positive Berichte über SeaWorld und sein Engagement für kranke und verletzte Tiere, die hier wieder aufgepäppelt werden, und die Betreuer gelten vielfach als die besten und professionellsten ihrer Zunft. Lässt man Gedanken über political correctness unkorrekterweise außen vor, kann man, so wie wir, hier einen Tag lang richtig viel Spaß haben und quasi nebenbei richtig viel über Meeresbewohner lernen. Die Shows waren toll und beeindruckend, allerdings nervte die bombastische Musik-Insenzierung im Musical-Style inkl. Dauerberieselung mit pathetischem "Heal The World"-Gequatsche und ständig wiederholten Sätzen wie "join us to protect our world", die uns offenbar als SeaWorld's Rechtfertigung gegenüber den Tierschützern regelrecht eingeimpft werden sollten. Aber die Gelehrigkeit der Orcas, Seehunde und Delfine ist wirklich verblüffend. Unser Liebling aber: das Walross!









Zwei riesige Mega-Coaster, "Manta" und "Kraken", gehören auch zu SeaWorld. Dirk wagte sich auf beide, wofür wir ihn ehrlich bewunderten. Loopings, Schrauben, senkrechte Abfahrten - grausam! Aber Dirk war begeistert und sagte hinterher: "Diese Fahrten haben mein Leben verändert. Jetzt habe ich vor nichts mehr Angst!" Unser Held!
Den Tag beschlossen wir bei einem schönen Essen in "Shark's Underwater Grill", einem Restaurant in SeaWorld, quasi mitten im Hai-Aquarium. Es ist schon irgendwie schaurig-schön, herzhaft in sein Fischfilet zu beißen, während gerade ein riesiger Hai am Tisch vorbei zieht...




Samstag, 2. August 2014

Tag 13: Orlando's Theme Parks - Part I

Ehrlich gesagt, verspricht der Titel dieses Posts mehr, als das Posting vermutlich halten kann. Wir sind zwar in Orlando, haben aber noch keinen Schritt in einen der vielen Themenparks gesetzt, derentwegen wir hier sind. Stattdessen haben wir uns Zeit gelassen, von Clearwater hierher, ins Sheraton Lake Buena Vista Resort zu kommen. Ein kleiner Umweg führte uns über Kissimmee, eine Satellitenstadt südlich von Orlando, wo Dirk 1987 im "Medieval Times" gearbeitet hat, einem Erlebnis-Gastronomiebetrieb mit Ritterkampfshow wie im alten England: Während man gegessen hat, haben sich "Ritter" zur Belustigung der Gäste in einer großen Arena auf Pferden mit Lanzen duelliert - und Dirk musste strumpfbehost im pseudomittelalterlichen Dienerkostüm bedienen, wozu es leider keine fotografische Überlieferung gibt. Als Anfänger hatte er die Tische ganz oben ganz hinten - und damit die weitesten Wege zur Küche. Leider hat Dirk fast nichts mehr wieder erkennen können - offenbar hat sich Kissimmee im Laufe von 27 Jahren im Zuge der boomenden Entertainment-Industrie rund um Orlando erheblich gewandelt und angepasst - die Hauptstraße besteht praktisch nur aus Merchandising-Shops, Motels und Fastfood-Läden. 


Vom Mittelalter und den 80ern spornstreichs zurück in die Gegenwart: Die Pools des Hotels sehen von unserem Zimmer aus sehr einladend aus! Trotzdem verbrachten wir einen entspannten Nachmittag im Zimmer - kein Pool der Welt kann es mit Clearwater Beach aufnehmen, und wir wollten erst mal in Ruhe Pläne für die nächsten Tage schmieden. 


Die unzähligen Themen-, Freizeit- und Wasserparks, die jährlich mindestens 35 Millionen Besucher anziehen, machen uns die Entscheidung wirklich schwer, wo und wie wir die kommenden Tage verbringen werden. Wir haben bereits in Deutschland Zwei-Tages-Pässe für die Universal Studios gebucht - Dirk und Charlotte wollen unbedingt testen, ob sie noch besser sind, als die in Hollywood - ein Highlight unserer 2013er-USA-Reise. Zum Glück sind die online-Tickets nicht an bestimmte Termine gebunden, so dass wir flexibel sind. Disney World reizt uns alle nicht so sehr, dafür würde ich gerne Epcot besuchen, wo Dirk 1986 im "German Pavillon" als Vorzeige-Bayer Brez'n verkauft hat, allerdings soll Epcot im Vergleich zu den anderen Freitzeitparks schon etwas in die Jahre gekommen sein. Für Montag haben wir schon vor Monaten "Discovery Cove" gebucht, einen Lagunenpark, in dem Charlotte und ich mit Delfinen schwimmen wollen. Discovery Cove gehört zu SeaWorld Orlando, weshalb Tickets dafür bereits "included" sind, genauso wie für den Wasserpark "Aquatica". Fünf Tage sind hier also fest eingeplant, und der Familienrat hat bei Starbucks-Kaffee zum Selberbrühen in der zimmereigenen Kaffeemaschine im gemütlichen Hotelzimmer beschlossen, morgen mit SeaWorld und seiner berühmten Orca-Show zu starten. 
Rund ums Hotel gibt's nicht viel zu sehen, nur weitere Hotels und jede Menge Fresstempel. Laut Reiseführer gibt es hier mehr als 115.000 Hotelbetten. Seit der Eröffnung des ersten Disney-Parks 1971 hat sich ein gigantisches Unterhaltungs-Universum entwickelt, auf das wir sehr gespannt sind. Heute Abend fanden wir diesen jungen Mann bereits sehr unterhaltend, der auf einer Verkehrsinsel an der riesigen Kreuzung vor unserem Hotel über Stunden mit großer Ausdauer Autofahrer animierte, die "Seadog Brewery" zu besuchen, in dem er unentwegt mit einem riesigen Schild verrückte Tänze aufführte, und das bei großer Hitze und fieser Schwüle. Respekt! 





Freitag, 1. August 2014

Tag 12: Best beach ever!

Auf dem Weg von unserem Motel in Clearwater zum Strand auf der vorgelagerten Insel Clearwater Beach sind wir mehrfach an einem riesigen, aber nicht auffällig beschilderten Gebäude vorbei gekommen. Wir vermuteten, es handele sich bei dem schloßartigen und offenbar neu erbauten Gebäude um das Rathaus - gerade habe ich aber beim Googlen festgestellt: Der Riesenbunker ist die "Zentralkirche" von Scientology. 


Erst im letzten November ist dieser Protzbau mit 115.000 Quadratmetern Fläche nach 15 Jahren Bauzeit eröffnet worden. Den "Clear"-Status zu erreichen (was immer das sein soll), ist das Ziel der absurden Techniken von Scientologen - ob die Sekte deshalb Clearwater als Sitz ihrer "Hauptkirche" gewählt hat? Keine Ahnung. Lassen wir lieber finstere Gedanken an diese totalitäre Ideologie hinter uns und wenden uns der wirklich sonnigen Seite von Clearwater zu: Die Stadt ist im Guinness-Buch der Rekorde mit dem Weltrekord für die meisten Sonnentage pro Jahr eingetragen, nämlich mit 361 Sonnentagen! Ganz offensichtlich haben wir zwei davon erwischt, was angesichts dieses Rekords natürlich nicht gerade schwierig war. Und Clearwater macht seinem Namen alle Ehre: das Wasser des Golfs von Mexiko ist am Strand von Clearwater Beach so klar wie Quellwasser. Unfassbar! 


Überhaupt sind wir große Fans von Clearwater Beach geworden: Von allen Florida-Stränden, die wir in den letzten 11 Tagen gesehen haben, ist dieser mit   A  B  S  T  A  N  D   der schönste. Ganz breit, ewig lang, palmenumsäumt, ganz flach abfallend - einfach wunderschön, trotz des ein oder anderen Bettenbunkers an der Strandpromenade. 



Der Sand ist so weich und feinkörnig wie Puderzucker, ein echter Fußsohlenschmeichler. Die Beachboys vermieten prima Strandmuscheln mit Liegestühlen für 25 $ pro Tag. Die Parkgebühren schlagen mit 3 $ pro Stunde zu Buche, aber der perfekte Strandtag am preisgekrönten Strand und eine Wassertemperatur von 30 Grad sind uns das allemal wert. 




Vergesst Sanibel Island, Bahia Honda, Miami South Beach und sogar Naples - Clearwater Beach ist für uns DER Stand-Hotspot von Florida!


Nicht umsonst ist der Strand von "USA Today" zum besten Strand Floridas gewählt worden. 



Aber wir haben noch mehr in Clearwater entdeckt: Hier gibt es tatsächlich "55+ communities" - kleine Viertel mit diesen typisch amerikanischen Flachbauten, wie man sie aus den Vorabendserien der 80er und 90er Jahre kennt, aber eben für "over 55 only". Das stimmt mich doch glatt nachdenklich. In nicht allzu ferner Zukunft werden wir auch Ü 55 sein, und ein gediegenes Rentner-Dasein im Sunshine State kann doch durchaus reizvoll sein, oder?